Charlotte Stapenhorst hat die Möglichkeit ein drittes Mal bei einem Oympischen Turnier teilzunehmen.

"Pressure is a Privelege", Charlotte Stapenhorst im Gespräch

10. January 2024

Bevor das Turnier in Ranchi an den Start geht und die DANAS versuchen sich für Olympia zu qualifizieren, haben wir mit Charlotte Stapenhorst gesprochen. Die bereits zweifache Olympia-Starterin hofft auf die dritte Teilnahme in Paris 2024. Ihre Einblicke ins Team, die Vorbereitung und ihre persönlichen Gefühle vor dem Qualifier gibt es in unserem Gespräch in Wort und Bild.

Der Empfang am Flughafen war sicherlich wieder besonders. Was löst das bei Euch aus?
Ja, das war sehr besonders. Wir wurden am Flughafen in Ranchi sehr herzlich Willkommen geheißen. Die Begeisterung für Hockey ist so ein bisschen übergeschwappt. Bisher hat man das nur von den HONAMAS durch Erzählungen mitbekommen, wie besonders es hier wirklich ist. Das selbst zu erleben, ist etwas sehr besonderes. 

 

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Wie bereitet sich das Team speziell auf dieses Qualifikationsturnier vor?
Nicht anders als bei anderen Turnieren. Wir haben am Dienstag ein Testspiel gegen Indien absolviert (4:2 Sieg), sehen das ein bisschen als Generalprobe, fokussieren uns im Endeffekt aber auf uns. Wenn man sich die Mannschaften anschaut, die angereist sind, kann man sehen, dass wir deutliche Favoriten sind und in dieser Rolle wollen wir die Sache auch angehen. Wir wollen uns nicht unter Wert verkaufen und die Spiele früh und klar für uns entscheiden und ich finde das sollte unser Anspruch sein. 

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Wie geht ihr die Aufgabe Olympia-Qualifikation gegen vermeintlich schlagbare Gegnerinnen an?
Leichte Gegner sind das auf keinen Fall. Chile ist eine aufstrebende Nation, die in den letzten Jahren und Turnieren gezeigt und bewiesen hat, dass sie auch mitspielen können. Nichtsdestotrotz wird das ein Spiel sein, in dem wir den Ball halten werden und von uns verlangt wird, das Spiel zu machen. Dann wird es darum gehen, dass wir den erarbeiteten Matchplan so ausführen, wie wir es uns vornehmen. Danach folgt Japan, kaum 24 Stunden danach. Da wird es darum gehen, optimal zu regenerieren. Wir müssen uns auf die Mannschaften einstellen, aber es wird wichtig, dass wir auch im Rest der Spiele unseren Stiefel runterspielen.

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Gibt es besondere Herausforderungen oder Schlüsselaspekte, auf die ihr euch während des Turniers konzentrieren müsst?
Klar, das Halbfinale wird schwierig und wichtig. Wer das Halbfinale gewinnt, fährt zu Olympia. Ansonsten geht man einen kleinen Umweg. Ich würde mal behaupten, wir sollten nicht viel anders machen als bei den Spielen die davor stattfinden werden. Logischerweise ist aber eine gewisse Anspannung dabei.

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In vergangenen Turnieren wurde häufig von einer Abschlussschwäche gesprochen. Habt ihr an euer Konsequenz vor dem Tor gearbeitet und wenn ja, erfolgreich?
Habe ich bisher noch nicht wahrgenommen. Natürlich lag der Schwerpunkt auf der Chancenverwertung und der Offensive. Wir werden wahrscheinlich viele Offensivakzente setzen können und dann geht es darum die Chancen so gut wie möglich zu nutzen und sie konsequent zu Ende zu spielen, aber als Abschlussschwäche würde ich unsere Situation nicht bezeichnen. Klar haben wir bei der EM im Halbfinale verloren, aber wir haben ansonsten viele Tore geschossen.

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Wie geht das Team mit dem Druck um, sich für die Olympischen Spiele qualifizieren zu müssen?
Persönlich empfinde ich es nicht als großen Druck, eher als etwas besonderes. Wir sind nicht so häufig in der absoluten Favoritenrolle. Ich kann nicht für die anderen sprechen, vielleicht entwickelt es sich ja noch im Laufe des Turniers. Abhängig davon, wie wir in das Turnier hinein starten, aber ansonsten sehen wir das als etwas Gutes. Deswegen spielen wir ja Hockey, um solche großen Spiele zu spielen. Die FIH Pro League in allen Ehren, aber solche Turniere, wie dieses, sind die Spiele, um die es dann geht. Die amerikanische Fußballnationalmannschaft hat immer gesagt: “Pressure is a privilege.” Das kaufe ich ihnen ab.

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Eine erfolgreiche Qualifikation würde die Möglichkeit einer dritten Teilnahme an Olympischen Spielen für Dich darstellen. Was würde Paris 2024 für dich persönlich bedeuten?
Das wäre etwas sehr Bedeutsames. Eventuell die dritten Olympischen Spiele, natürlich ist da noch eine Nominierung dazwischen, aber größer als das geht es für uns Spielerinnen ja gar nicht. Wenn wir ganz ehrlich sind, war die Qualifikation 2019 für Tokio deutlich leichter. Bei einem Turnier ist schon ein deutlich größerer Nervenkitzel dabei und wenn man es dann geschafft hat, wird eine rundum große Erleichterung zu spüren sein. Auch die Spiele in Paris, wo viele aus dem Freundeskreis oder Familienkreis um die Ecke leben und zuschauen und teilnehmen können, das macht es noch ein wenig besonderer.

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