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Fotocredits: worldsportpics.com/Frank Uijlenbroek

Die Saison 2022/23 der FIH ist vorbei – Wir blicken zurück

FIH ProLeague Rückblick

18. July 2023

Nach 16 Spielen in sechs Ländern ist eine lange FIH Pro League Saison der Danas und der Honamas nach der letzten Station in Antwerpen am 05. Juli zu Ende gegangen. Zeit für uns zurück zu blicken, auf acht Monate FIH Pro League. Die Danas beendeten ihre Saison mit fünf Siegen aus den letzten sieben Spielen auf dem fünften Platz, die Honamas belegten Platz sechs. Insgesamt konnten die deutschen Hockeydamen durch sieben Siege und fünf Unentschieden, von denen sie drei Shootouts gewinnen konnten, 29 Punkte erspielen. Die Herren gewannen sechs Spiele, spielten zwei Mal Unentschieden und gewannen beide im Anschluss im Shootout, wodurch sie insgesamt 22 Punkte holten.

HONAMAS mit gutem Start in Argentinien

Die Saison startete am 04. und 05. November für beide Teams in Mendoza, Argentinien, gegen die Nationalmannschaften aus Belgien und Argentinien. Die Damen erkämpften sich im ersten Spiel 2022 / 2023 ein 3:3-Unentschieden in der regulären Spielzeit, verloren aber im Shoot-out knapp mit 3:4. Die Herren trafen ebenfalls drei Mal und gewannen mit 3:2 und sicherten sich dank des Siegtorschützen Tom Grambusch im ersten Spiel die ersten drei Punkte.

Im Anschluss spielten beide Nationalmannschaften vor einem frenetischen Publikum gegen die Gastgeber aus Argentinien. Die Danas unterlagen im ersten Spiel gegen Argentinien mit 2:4, während die Herren die nächsten Punkte einfahren konnten. Im Shoot-out verwandelte Thies Prinz den entscheidenden Penalty zum 4:3 Siegtreffer. Auch im zweiten Aufeinandertreffen in Mendoza behielten die Honamas gegen Argentinien die Oberhand und siegten souverän mit 3:0. Timur Oruz absolvierte gleichzeitig sein 100. Länderspiel für die deutsche Nationalmannschaft. 

Die Danas schlugen im zweiten Spiel gegen die Argentinierinnen im Shootout zu. Nach einem 2:2 in der regulären Spielzeit sorgten Nike Lorenz, Sara Strauss und Linnea Weidemann für einen 3:0-Erfolg im Penalty-Shootout. Insgesamt war es ein gelungener Auftakt für die Teams, die Herren reisten mit acht Punkten aus den ersten drei Spielen und viel Selbstvertrauen für die WM im Januar 2023 zurück nach Deutschland. 

Valentin Altenburg beurteilte das Turnier in Argentinien wie folgt: “Wir sind hier hergekommen, um das Turnier zu gewinnen. Das ist uns nicht gelungen. Dennoch hat die Mannschaft im Laufe der vier Spiele eine sehr positive Entwicklung durchlaufen. Wir haben in den letzten beiden Spielen die Tugenden an den Tag gelegt, die es braucht, um Turniere zu gewinnen. Im Vergleich zu den ersten beiden Spielen haben wir die mentale Stärke und das Herz hinzugefügt, um die Spiele zu Ende zuspielen und als Siegerinnen vom Platz zu gehen. Das Mini-Turnier hat uns einen riesigen Schritt dahin gebracht, wo wir hin wollen: Eine Mannschaft zu werden, die Turniere gewinnt.” 

WM und weitere 8 Punkte für die DANAS

Der nächste FIH Pro League-Stopp stand für die Damen am 11. Februar in Sydney an. Dort traf das Team von Valentin Altenburg auf die Gastgeberinnen und die Nationalmannschaft aus China. Beide Duelle gegen die chinesischen Hockeydamen konnten die Danas für sich erfolgreich gestalten (2:1, 3:0), dabei war Nike Lorenz gleich zwei Mal erfolgreich. Das erste Spiel gegen die Australierinnen ging mit 0:3 verloren. Im zweiten Aufeinandertreffen spielten die Danas  3:3-Unentschieden. Nachdem kurz vor Schluss den Ausgleich erzielen konnte, machten Anne Schröder und Nike Lorenz im Penaltyschießen alles klar und die DANAS gewannen im Shoot-out, um den Extrapunkt mit nach Deutschland zu nehmen. Somit flogen die Danas nach einem erfolgreichen Australientrip mit weiteren acht Punkten im Gepäck und insgesamt elf Punkten nach Hause. 

Fotocredits: Worldsportpics / Frank Uijlenbroek

Drei Punkte Punkte in Indien nach einer erfolgreichen WM

Für die Honamas hieß es: „Nach der WM ist vor Indien.”, denn nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft in Indien, kehrte das Team zu den nächsten FIH Pro League Spielen als frisch gekrönter Feldhockey-Weltmeister am 10. März zurück nach Indien. 

In Rourkela traf die Mannschaft von André Henning jeweils zwei Mal auf die Gastgeber aus Indien und auf die australische Nationalmannschaft. Mit einem leicht angepassten Kader nach der erfolgreichen WM reiste die Honamas nach Indien, aber ihnen war die Erschöpfung anzumerken und trotz guter kämpferischer Leistungen unterlag die deutsche Mannschaft in der Hitze von Rourkela den Kontrahenten in drei von vier Fällen. Durch einen 1:0 Sieg gegen Australien konnten zumindest drei Punkte auf dem Habenkonto gutgeschrieben werden. Der Siegtorschütze Malte Hellwig betrachtete das Spiel wie folgt: „Ein sehr defensiv geprägtes Spiel. Wir haben am Anfang noch die Kontrolle, geben sie aber in einigen Phasen des Spiels ab. Insgesamt verteidigen wir unseren Kreis gut und haben auch einen sehr, sehr guten Torwart im Tor. Jetzt sind wir glücklich über die drei Punkte gegen einen Top-Gegner." 

Elf Punkte aus 7 Spielen standen für die Honamas nach dem Indienstopp in der Tabelle zu Buche.

„Wir kommen hier vier Wochen nach der WM hin und spielen heute das vierte Match in fünf Tagen. Wir haben heute ein paar Verletzte, Kranke und Angeschlagene und dafür legen wir eine echte Energieleistung hin.”

André Henning

Nach dreimonatiger Pause mit neuer Energie in London

Beide Teams hatten anschließend eine dreimonatige Pause von internationalen Pflichtspielen, in der sich die Spieler*innen auf ihre Vereinswettbewerbe konzentrieren konnten. Die FIH Pro League-Saison startete wieder am 16. Juni mit einer  Serie von acht Spielen in 17 Tagen für beide Teams. 

Den Auftakt machte das Miniturnier in London vom 16. bis zum 20. Juni mit Spielen gegen Großbritannien. In beiden Mannschaften ging es auch um die Kaderplätze für die Heim-EM, die vom 18. August bis zum 27. August in Mönchengladbach stattfindet. Den Danas war in ihrem Auftaktspiel der vorangegangene Lehrgang in Wiesbaden anzumerken. Durch Tore von Benedetta Wenzel und Pauline Heinz gewannen sie das Auftaktspiel gegen die Gastgeberinnen aus Großbritannien mit 2:0, die Herren unterlagen am darauffolgenden Tag Großbritannien mit 0:3. Im zweiten Aufeinandertreffen mit den Gastgebern waren beide Teams erfolgreich: Die Danas gewannen souverän mit 4:1. Dabei gab es vier unterschiedliche Torschützinnen. Hanna Granitzki, Jette Fleschütz, Viktoria Huse und Pauline Heinz waren erfolgreich. 

Nach nur einem Sieg aus den letzten fünf Partien, kamen die Honamas ebenfalls wieder in Tritt und erkämpften sich neun Sekunden vor dem Abpfiff durch ein Tor von Gonzalo Peillat einen 3:2 Sieg gegen das Vereinigte Königreich. Das erinnerte stark an die Comeback-Kings der Weltmeisterschaft.

Fotocredits: Worldsportpics / Frank Uijlenbroek

Vier Siege in Folge und umkämpfte Niederlagen

Nach den beiden Spielen in London, England, ging es direkt weiter in die Niederlande – nach Amsterdam. Dort sollten die beiden deutschen Nationalmannschaften auf Neuseeland und natürlich auf die Niederlande treffen. 

Für die  Honamas begann das Miniturnier gegen die Blacksticks, die Danas mussten direkt gegen die starken Niederländerinnen ran. 4:3 hieß es am Ende für die Herren gegen Neuseeland, auch dank der Strafeckenqualität von Gonzalo Peillat. Bei den Danas hingegen lief es im Spiel gegen die Niederländerinnen schlechter. 0:5 unterlag Deutschland.

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"Wir haben die Konter nicht gut verteidigt bekommen. Das 0:5 ist natürlich sehr bitter, wir haben eine neue Taktik ausprobiert, bei der wir viel gutes gesehen haben, aber letztendlich nutzen wir unsere Chancen vorne nicht und lassen hinten zu viel zu. Dann tut ein 0:5 weh!"

Emma Davidsmeyer

Im zweiten Spiel in Amsterdam trafen auch die Honamas auf die Auswahl von Oranje. Am Ende der regulären Spielzeit hieß es 1:1, wieder war Gonzalo Peillat der Torschütze. Den Extrapunkt sicherte sich die deutsche Nationalmannschaft mit 4:1 im Shoot-out. Auch die Danas konnten in ihrem zweiten Spiel in Amsterdam wieder Punkte einfahren und mit 3:1 gegen Neuseeland gewinnen. 

Nach drei Siegen in Serie, folgte das zweite Spiel der Honamas gegen die Blacksticks aus Neuseeland in Amsterdam am 26. Juni. Es sollte der vierte Sieg in Folge werden, 4:1 hieß es am Ende. Die Danas trafen ein zweites Mal auf die Niederländerinnen und wollten Wiedergutmachung nach der deutlichen Niederlage im ersten Spiel dieses Mini-Turniers. Trotz gutem Spiel stand auf der Anzeigetafel am Ende ein umkämpftes 1:2. Bei den Honamas endete die Siegesserie im folgenden Spiel gegen die Niederlande, denn das Tor war wie vernagelt. 0:2 unterlag man Oranje. Auch den Danas gelang es nicht, einen glücklichen Abschluss zu finden. Für sie endete das Miniturnier in Amsterdam mit einer Shootout-Niederlage gegen Neuseeland.

DANAS mit Kantersieg - HONAMAS mit jungen Wilden

Letzter Stopp: Antwerpen. In Belgien sollten die Danas wieder auftrumpfen. 6:0 und 5:2 schickte das Team die weit angereisten US-Amerikanerinnen nach Hause. Somit fanden die Danas einen klasse Abschluss der FIH ProLeague Saison 2022/23, den Valtenin Alternburg wie folgt beurteilte: "Zum Abschluss der Pro League haben wir ein offensives Spiel von beiden Mannschaften gesehen. Wir haben in unserem Aufbauspiel heute häufig sehr experimentell gespielt und die Amerikanerinnen immer mal wieder eingeladen. Gleichzeitig haben wir viele Chancen herausgespielt, schöne Tore geschossen und einen richtig guten Abschluss für unsere Pro League-Saison gefunden. Ich bin besonders froh, dass die Spielerinnen nach den drei Wochen weiterhin motiviert und fit sind und für die kommende Zeit sehr viel mitgenommen haben." 

Die Honamas rotierten in ihrem Kader, um möglichen jungen Kräften für die EM als auch die Olympischen Spiele in Paris eine Plattform zu geben. Die junge Honamas-Mannschaft unterlag Spanien zweimal knapp mit 1:3 und 3:4. Insbesondere im letzten Spiel war das Team nah dran am Sieg, eine dreimalige Führung konnte aber nicht über die Zeit gebracht werden. André Henning war dennoch zufrieden mit der Leistung seiner Schützlinge: „Die Jungs haben das erneut hervorragend gemacht. Schon im ersten Spiel haben sie an einem Unentschieden geschnuppert. Heute haben sie sich nochmal gesteigert. Ich bin froh, dass wir vielen Talenten, die in Zukunft unsere Medaillen gewinnen sollen, eine Chance auf der großen Bühne geben konnten. Einige Spieler haben unter Beweis gestellt, dass sie schon Richtung Olympia 2024 echte Optionen sind. Und die meisten werden wir bei den großen Turnieren Richtung LA 2028 sehen. Wir haben immer gesagt, dass wir innovative Wege gehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Diesem jungen Team eine Chance zu geben, ist genau dieser Weg.”.

Fotocredits: Worldsportpics / Frank Uijlenbroek

Insgesamt war es eine FIH ProLeague Saison mit Höhen und Tiefen für die deutschen Teams. Beide Mannschaften testeten viel und rotierten ihre Kader immer wieder durch. Die Toptorschützin der Danas war Charlotte Stapenhorst. Sie erzielte sechs Tore im Verlauf des Turniers, beachtlich dabei ist, dass sie alle sechs Tore aus dem Spiel heraus erzielte. Bei den Honamas war Gonzalo Peillat der beste Schütze. Dank seiner starken Strafecke belegte er den vierten Platz der Torjägerliste.

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