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Fotocredits: Worldsportpics / Frank Uijlenbroek

Hallen-Europameisterschaft in Hamburg 2022

„Vor Freunden und Familie mit einem Erfolg abzuschließen, wäre schön!“

03. December 2022

Viele Jahre war Janne Müller-Wieland Kapitänin der deutschen Hockeydamen. Die beim UHC Hamburg groß gewordene Verteidigerin lebt inzwischen schon ein paar Jahre mit Ehefrau Sarah und dem anderthalbjährigen Sohn Jonti in London. Mit ihrer Firma Unthink betreut sie in der Wirtschaft ähnliche Themen, um die es im Sport auch geht – Entwicklung von Führungskräften und Bildung von High Performing Teams. Dass sie nun, nach fast zwei Jahren Pause im Nationaltrikot, bei der Hallenhockey-Europameisterschaft (7. bis 11. Dezember, Sporthalle Hamburg) noch einmal mit den „Danas“ nach einem internationalen Titel greifen kann, ist auch eine Herzensangelegenheit für die 36-Jährige.

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Wird diese Hallen-EM für Dich ein sehr emotionales Erlebnis – mit dem Wissen, dass es Dein endgültiger Abschied vom internationalen Hockey ist?

Janne Müller-Wieland: „Es wird ganz bestimmt emotional, aber ich bin eigentlich bei Turnieren immer so im Moment, dass es erstmal sehr surreal sein wird sich vorzustellen, dass nach dem letzten Turniermatch nie wieder ein Länderspiel für mich kommen wird. Das geht mir auch so, wenn ich daran denke, dass ich wahrscheinlich nie mehr ein Bundesligaspiel für den UHC machen werde. Und ganz besonders wird es sicher am Samstag, wenn wir hoffentlich im Finale stehen. Das wäre sehr schön, wenn es möglich sein könnte, mit einem Erfolg vor Freuden und Familie abzuschließen. Wenn man gleichzeitig mit einer Enttäuschung auf solch schöner Bühne umgehen müsste, also zwei Gefühle in einem widerstreiten, wird es deutlich schwerer. Das weiß ich jetzt schon.“

Du hast in der Vergangenheit in London immer mal wieder mit Herrenteams trainiert, um Dich fit zu halten. Wie war es jetzt?

Janne Müller-Wieland: „Das war diesmal schwieriger, weil in England erst ab Januar Hallenhockey gespielt wird. Ich habe jetzt tatsächlich viel Squash gespielt für die Grundfitness und um die schnellen Richtungsänderungen im Hallenhockey zu adaptieren. Dann hatten wir ja auch noch den Meßmer-Cup als Vorbereitung und werden ab Sonntag noch knapp drei Tage vor der EM zusammen trainieren.“

Wie lief es beim Meßmer Cup aus Deiner Sicht?

Janne Müller-Wieland: „Ich hatte vorher einmal mit dem UHC mitttrainiert und eine Trainingseinheit vorm ersten Turnierspiel – das war noch nicht wirklich gut. Doch dann waren wir selbst überrascht über die Teamleistung. Klar, so früh in der Hallensaison gibt es noch kleine technische Unfeinheiten und ich selbst musste mich noch an meine nagelneuen Hallenschläger gewöhnen, aber es geht ja insgesamt mehr ums „Schachspielen“ – also ums Räume Sehen und Räume Schaffen. Und das hat schon gut funktioniert. Wir haben dann in jeder Partie ein paar Baustellen gesehen, an denen wir arbeiten konnten. Dass wir das Finale im Penaltyschießen gegen Düsseldorf verloren haben, lag auch daran, dass wir Nathalie Kubalski haben bei ihrer Vereinsmannschaft mitspielen lassen. Sie hat nicht nur bei unseren 15 Ecken und den Penaltys gezeigt, warum sie eine der besten Hallenkeeperinnen der Welt ist.“

Jede im Team hat Bock, mit den anderen dieses Turnier zu bestreiten.

Janne Müller-Wieland

Man hatte das Gefühl beim Meßmer Cup, dass die Mannschaft von Beginn an riesigen Spaß miteinander hatte...

Janne Müller-Wieland: „Das stimmt auch, es war wie ein Klassentreffen. Jede im Team hat Bock, mit den anderen dieses Turnier zu bestreiten. Es ist sicherlich auch unser Vorteil, dass wir ganz viele vom aktuellen A-Nationalteam dabeihaben. Sara Strauß und Mali Wichmann sind die einzigen Jüngeren, mit denen ich noch nicht so oft gespielt habe, aber die passen super in diese Mannschaft rein. Und dennoch müssen wir schauen, dass wir uns bei der EM von Beginn an voll fokussieren und Topleistung abliefern, weil man sich bei dem Gruppenmodus mit Direkteinzug des Ersten und Zweiten ins Finale keine Aussetzer erlauben.“

Mal vorausgeschaut auf Sonntagabend nach der Siegerehrung. Man hört, es gibt auch eine Abschiedsparty im Anschluss?

Janne Müller-Wieland: „Dadurch, dass die Herren ja am Sonntag noch die komplette Finalrunde spielen müssen, gibt es keine offizielle Turnierparty. Also, haben wir uns selbst organisiert und über Hockeykontakte die Thai Oase auf dem Kiez reservieren können. Dort haben wir die Räumlichkeiten bis 21 Uhr für uns, die anderen Teams sowie Family and Friends. Dann öffnet der Club für alle Gäste und man kann sich uns anschließen.“

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