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Olympische Spiele Paris 2024

Olympische Momente

11. April 2024

Auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris blicken wir auf die olympischen Hockey-Momente der Geschichte zurück. Jede Woche gibt es eine neue Geschichte, die einen dieser einzigartigen Momente beschreibt. Fünf olympische Goldmedaillen gehen auf das Konto des DHB, so viel sei vorweg gesagt.

#6 Die DANAS holen sich Bronze in Rio de Janeiro!

In einem spannenden Spiel um Platz drei gegen Neuseeland besiegte die deutsche Damen-Nationalmannschaft die Kiwis mit 2:1. Spielentscheidend war die Anfangsphase der zweiten Halbzeit, in der die DANAS zweimal trafen. Den ersten Treffer erzielte Charlotte Stapenhorst in der 34. Minute nach einer schönen Kombination durch den gegnerischen Schusskreis. In der 38. Minute erhöhte Lisa-Marie Schütze auf 2:0. Trotz des Anschlusstreffers der Neuseeländerinnen in der 45. Minute ließen sich die deutschen Damen die Bronzemedaille nicht mehr nehmen und holten die insgesamt vierte Medaille für die deutschen Hockey-Damen bei Olympischen Spielen.

Der Kader der „Bronze-Danas" von Rio 2016: Reynolds, Kristina - Altenburg, Lisa - Hauke, Franzisca - Hoffmann, Eileen - Krüger, Hannah - Lorenz, Nike - Müller, Julia - Müller-Wieland, Janne - Oldhafer, Pia-Sophie - Oruz, Selin - Pieper, Cécile - Schröder, Anne - Schütze, Lisa Marie - Sprink, Annika Marie - Stapenhorst, Charlotte - Teschke, Jana - Frank, Yvonne - Otte, Katharina

#5 Die HONAMAS in aller letzter Sekunde

Einer der unvergesslichsten Hockeymomente der deutschen Nationalmannschaft ist das historische Viertelfinale 2016 in Rio de Janeiro gegen Neuseeland. Die deutsche Mannschaft hatte kurz vor Schluss den Ausgleich erzielt und wähnte sich schon im Penaltyschießen. Dann eroberte Tobi Hauke in der eigenen Hälfte die Kugel und legte auf Timur Oruz ab. Noch sechs Sekunden. Oruz lief an, setzte seinen Körper und seine Schnelligkeit ein. Noch vier Sekunden, drei. Oruz flankte auf Florian Fuchs, der die Kugel ins Tor blockte. Zum 3:2, weniger als eine Sekunde vor Schluss. Ganz Deutschland war im Hockeyrausch und beim damaligen Bundestrainer Valenin Altenburg brachen alle Dämme. Sicherlich einer der größten olympischen Momente in der deutschen Hockeygeschichte.

#4 Gold für Deutschland in Peking

Die deutschen Hockeyherren haben zum dritten Mal in der Geschichte die olympische Goldmedaille gewonnen. Nach 1972 in München und 1992 in Barcelona gewannen die Herren 2008 in Peking durch einen 1:0-Sieg (1:0) über Spanien das olympische Hockeyturnier. Das einzige Tor der Partie vor 12.000 Zuschauern erzielte Christopher Zeller per Strafecke nach einer Viertelstunde. 🏑

Der Kader: Sebastian Biederlack, Moritz Fürste, Tobias Hauke, Florian Keller, Oliver Korn, Niklas Meinert, Jan-Marco Montag, Maximilian Müller, Juan Carlos Nevado, Max Weinhold, Tibor Weißenborn, Benjamin Wess, Timo Wess, Philip Witte, Matthias Witthaus, Christopher Zeller, Philipp Zeller, Christian Schulte

#3 Bronze für die Herren in Athen 2004

In der hochschäumenden Emotion des ungeahnten Damen-Triumphs ging die Bronzemedaille für die deutschen Herren fast ein wenig unter. Dabei war die Freude auf männlicher Seite nach dem dramatisch mit 4:3 in der Verlängerung gewonnenen Platzierungsspiel gegen Spanien riesig. Noch keiner der beteiligten deutschen Spieler hatte bislang eine olympische Medaille gewonnen und für viele unter ihnen stellte Athen als Abschluss ihrer internationalen Karriere die letzte Chance dar.

Als Weltmeister 2002 und Europameister 2003 war die deutsche Mannschaft in Athen an den Start gegangen. Beim Olympia-Auftritt fehlte die spielerische Souveränität, die das Team gerade beim ersten WM-Gewinn ausgezeichnet hatte. Bis zur letzten Minute musste um den Halbfinaleinzug in einer allerdings auch äußerst starken Vorrundengruppe gekämpft werden. Ein verhältnismäßig schwache Leistung im Halbfinale gegen die Niederlande (2:3) beendete dann alle Gold-Träume der Mannschaft von Bernhard Peters.

Ein drittes medaillenloses olympisches Turnier sollte es dann aber doch nicht werden. Der mögliche Gold-Hattrick nach ihren Titelgewinnen in Atlanta und Sydney blieb den Holländern verwehrt. Im Endspiel gewann Australien verdientermaßen mit 2:1 nach Verlängerung. Starstürmer Jamie Dwyer schoss das erste Golden Goal der olympischen Hockey Geschichte und erlöste alle australischen Hockey Fans, die nach Jahrzehnten des regelmäßigen Scheiterns kaum mehr an den ersten Olympiasieg der australischen Herren zu glauben wagten.

Der Kader: Clemens Arnold, Christoph Bechmann, Sebastian Biederlack, Philipp Crone, Eike Duckwitz, Christoph Eimer, Björn Emmerling, Florian Kunz, Björn Michel, Sascha Reinelt, Justus Scharowsky, Christian Schulte, Tibor Weißenborn, Timo Wess, Matthias Witthaus, Christopher Zeller

#2 Erstes Olympia-Gold für die DANAS

Deutschland ist Hockey-Olympiasieger in Athen 2004 - das stand bei ganz vielen, national wie international, auf dem Tippzettel. Eine Hockey-Goldmedaille für den Deutschen Hockey-Bund ist es in der griechischen Hauptstadt dann auch geworden, und doch waren am Ende alle Prognosen auf den Kopf gestellt. Nicht die favorisierten deutschen Herren, sondern die Damen schwangen sich als krasser Außenseiter auf den Gipfel des Olymp.

Der Weg zum Gold glich einer Achterbahnfahrt. Nach drei Gruppenspielen mit zwei Niederlagen stand das deutsche Team dicht vor dem Abgrund. Der Negativtrend der vergangenen Jahre, als Deutschlands Damen von 2001 an drei Mal in Folge nicht für die Champions Trophy qualifiziert waren und sich auf Platz sieben der Weltrangliste eingependelt hatten, schien sich in Athen zu bestätigen. Doch dann die wundersame Wende: 3:2-Sieg gegen Korea und dank holländischer Schützenhilfe doch noch im Halbfinale.

Dort eine grandiose Abwehrleistung (0:0) gegen China, das im Siebenmeterschießen bezwungen wurde. Eine nochmalige Steigerung bot das Finale gegen die Niederlande. Im Vorrundenduell noch mit 1:4 untergegangen, legte die deutsche Mannschaft im Endspiel einen Traumstart hin, führte durch Treffer von Anke Kühn und Franzi Gude nach 20 Minuten mit 2:0. Der hohe Favorit tobte, brachte aber gegen das Spiel ihres Lebens machende Deutsche nur noch einen einzigen Treffer zustande. Mit 2:1 wurde ein sportliches Märchen wahr.

Gut zehn Millionen Fernsehzuschauer*innen in der Heimat erlebten die überraschendste Goldmedaille der deutschen Olympia-Delegation.

Der Kader: Tina Bachmann, Caroline Casaretto, Nadine Ernsting-Krienke Franziska Gude, Mandy Haase, Natascha Keller, Denise Klecker, Anke Kühn, Badri Latif, Heike Lätzsch, Sonja Lehmann, Silke Müller, Fanny Rinne, Marion Rodewald, Louisa Walter, Julia Zwehl

#1 Zweites Olympia-Gold für die deutschen Hockey-Herren

Nach 20 Jahre fanden die deutschen Goldmedaillensieger von München '72 endlich ihre Nachfolger. Im Endspiel der Olympischen Spiele von Barcelona 1992 brachte die DHB-Auswahl das zweite deutsche Hockey-Gold unter Dach und Fach. Wie schon 1972 war es nun auch im Hockeystadion von Terrassa ein 26-jähriger Michael, der Deutschland zum Sieg schoss. Damals Krause, heute Hilgers. Michael Hilgers traf für das Team von Bundestrainer Paul Lissek gegen Australien schon nach zwei Minuten zum 1:0. Ein kontrolliertes Spiel der Deutschen, die im Halbfinale ein unglaublich spannendes 2:1 nach Verlängerung gegen bärenstarke Pakistani errangen, ließ den Australiern kaum einmal eine Torchance. Und als nach 59 Minuten Hilgers den Ball nach Traumschuss aus spitzem Winkel zum 2:0 unters Lattenkreuz setzte, war das praktisch die Entscheidung. Der Gegentreffer vier Minuten vor Schluss brachte den verdienten 2:1-Sieg des Europameisters und erklärten Gold-Favoriten nicht mehr in Gefahr.

Nach zwei verlorenen olympischen Endspielen (1984, 88) waren die Routiniers Carsten Fischer, Volker Fried und Andreas Keller im dritten Anlauf endlich am Ziel ihrer sportlichen Träume angelangt.
Zusammen mit der am Vortag errungenen Silbermedaille der Damen war das olympische Hockeyturnier 1992 das erfolgreichste der Geschichte für den DHB.

Nur einer konnte sich höchstens bedingt über den Triumph freuen: Thomas Brinkmann. Der Mülheimer Mittelfeldmann, nach überstandener Therapie einer diagnostizierten Lymphdrüsenkrebserkrankung erst wenige Monate vor Terrassa wieder fest ins Stammteam zurückgekehrt, musste vier Tage vor Turnierbeginn wegen eines Darmverschlusses passen und seine Heimreise antreten. So kam Juniorenspieler Oliver Kurtz als kurzfristiger Nachrücker ziemlich unverhofft zu einer Goldmedaille.

Der Kader: Michael Knauth, Christopher Reitz, Carsten Fischer, Jan-Peter Tewes, Volker Fried, Klaus Michler, Andreas Keller, Michael Metz, Christian Blunck, Sven Meinhardt, Michael Hilgers, Andreas Becker, Stefan Saliger, Stefan Tewes, Christian Mayerhöfer, Oliver Kurtz.

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