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Fotocredits: WSP / Rodrigo Jaramillo

Pressekonferenz vor dem WM-Start

Ich fahre zu keinem Turnier dieser Welt, um mit unserer Mannschaft und sage “Ich wäre mit dem 2. Platz zufrieden”.

11. January 2023

Vor dem WM-Start am Samstag (14:30 Uhr, vs. Japan) wurde eine Pressekonferenz mit Martin Schultze (Sportdirektor), André Henning (Bundestrainer), Mats Grambusch (Kapitän) und Thies Prinz veranstaltet. Hier findet ihr die wichtigsten Stimmen im Überblick.

Sind alle Spieler gut in Indien angekommen, akklimatisiert und fit für das Auftaktspiel gegen Japan?
André Henning, Bundestrainer:
„Es gibt nur gute Nachrichten von meiner Seite. Wir sind sehr gut in Indien angekommen, haben top Bedingungen und alle sind gesund und fit. Wir hatten in den vergangenen Tagen bewusst viel Programm und schon 30 Stunden nach der Landung unser erstes Testspiel gegen Südafrika. Gestern konnten wir im Testspiel Australien bezwingen. Die Jungs wirken bereit und das Turnier kann eigentlich schon losgehen.“

In den Testspielen vor dem ersten Gruppenspiel habt ihr Südafrika 5:1 und Australien 2:1 geschlagen. Wie hast Du die Leistung des Teams gesehen und was passierten jetzt noch bis zum ersten Gruppenspiel an?
André Henning, Bundestrainer:
„Gegen Südafrika haben wir vier mal zehn Minuten gespielt. Das Team hat sich von Viertel zu Viertel konstant gesteigert und vor allem exzellent verteidigt. Das ist eine Stärke von uns, die sich schon das vergangene Jahr über gezeigt hat. Wichtig wird im Turnier die Konstanz sein. Auf der anderen Seite haben wir auch hübsche Tore geschossen, an denen man erkennen kann, wie viel Spielfreude wir haben. Das Spiel gegen Australien war mit 2:1 etwas knapper, aber aus meiner Sicht dem 3:1 näher als dem 2:2. Die Australier sind wohl das laufstärkste Team der Welt und ich hatte das Gefühl, dass wir dem athletischen Level mindestens gewachsen, wenn nicht sogar besser waren. Das gibt unheimlich viel Selbstvertrauen und zeigt, dass die Jungs in den letzten Monaten viel geackert haben. Heute gab es ein Regenerationsprogramm, morgen trainieren wir nochmal etwas schärfer und am Tag vor dem Auftakt, wird es eine leichtere Einheit, mit Fokus auf Standards geben.“

Die Hockey-Weltmeisterschaft ist ein Kräftemessen der absoluten Top-Nationen. Wen siehst du momentan als Favoriten?
Martin Schultze, Sportdirektor DHB:

„Ich denke, das ist ein ungewöhnlich großer Kreis an Favoriten bei dieser Weltmeisterschaft. Es gibt einige Nationen, die am Ende des Turniers oben stehen könnten. Belgien, Australien, die Niederlande oder England. Ich bin auch sehr gespannt, wie die Inder in ihrem eigenen Land auftreten und spielen werden. In diesem Kreis sehe ich unsere Mannschaft aber genauso und glaube, wir können uns alle auf eine sehr spannende WM einstellen.“

Ihr kämpft in Deutschland momentan um jeden Euro für den Hockeysport. Gibt es etwas, was man bei diesem Turnier von den Indern lernen kann?
Martin Schultze, Sportdirektor DHB:
„Ob wir etwas lernen können, weiß ich jetzt nicht. Ja, es stimmt, wir müssen momentan etwas genauer hinschauen. Umso faszinierender ist es zusehen, welche Größenordnung Hockey hier in Indien hat. Das ist mit Deutschland nicht zu vergleichen. Wir arbeiten daran, besser zu werden, sind dort mit dem ganzen DHB auf einem guten Weg und genießen gleichzeitig diese besondere Atmosphäre hier in Indien.

Wie ist die Stimmung in der Mannschaft? André Henning meinte, dass das Ziel bei der WM aus der Mannschaft herauskommen muss, was ist euer Ziel?
Mats Grambusch, Kapitän:
„Die Stimmung im Team könnte nach diesen zwei guten Testspielen kaum besser sein. Zwischen den Trainingseinheiten herrscht eine sehr angenehme und gelassene Stimmung, was natürlich viel wert ist, damit man bei einem Turnier auch mal gut abschalten kann. Wir haben noch nicht in der großen Gruppe über unsere Zielsetzung gesprochen. Persönlich kann ich nur sagen, dass ich zu keinem Turnier dieser Welt mit unserer Mannschaft fahre und sage “Ich wäre mit dem 2. Platz zufrieden”. Für mich gibt es nur das Ziel, die Goldmedaille zu holen. Wenn wir in der großen Gruppe über unsere Ziele sprechen, bin ich der Überzeugung, dass dieselbe Zielsetzung herauskommen würde - wobei es auch viele kleine Zwischenziele gibt, die wir uns setzen werden.”

Die Medienpräsenz ist vor Ort sehr hoch und die Journalisten zeigen sehr großes Interesse an dir - wie geht ihr mit dem verstärkten Medienaufkommen um?
Mats Grambusch, Kapitän:
„Auf der einen Seite ist es mega cool, so etwas zu erleben. Als wir gelandet sind, warteten zehn bis zwölf Kamerateams auf uns. Ich würde mich darüber freuen, wenn es in Deutschland auch so wäre. Druck spüren wir dadurch aber nicht - den höchsten Druck setzt man sich als Spieler immer selbst. Dementsprechend mache ich mir keine Sorgen, dass wir deshalb schlechter spielen könnten.”

Es ist dein erstes großes A-Kader-Turnier, deine erste WM, was hast du dir persönlich als Ziel gesetzt?
Thies Prinz, Stürmer:
„Ich freue mich sehr, dass ich mein erstes Turnier spielen darf. Viele Stürmer setzen sich eine Tormarke als Ziel, aber ich glaube der Druck, eine WM zu spielen, ist schon groß genug. Deshalb mache ich mir keinen Druck und hoffe, dass ich so spielen kann, wie in der Bundesliga und in der FIH-Pro League. Natürlich ist es schön, als Stürmer Tore zu erzielen, aber wenn wir Weltmeister werden und ich kein Tor schieße, bin ich trotzdem zufrieden.”

In Bhubaneswar erwarten euch 16.000 Zuschauer*innen und in Rourkela knapp 20.000. Du hast das bereits bei der U21-WM erlebt. Wie war das für dich?
Thies Prinz, Stürmer:
„Es ist unfassbar. Die U21-WM war einer der besten Momente, die ich bisher in meinem Leben hatte. Die meisten von uns kennen die Situation, weil sie bereits hier gespielt haben. Auf dem Feld könnte die Kommunikation etwas problematisch werden, aber wenn wir es schaffen, die indischen Fans auf unsere Seite zu ziehen, kann uns die Stimmung auch pushen. Jeder von uns hat Lust, vor so vielen Leuten zu spielen.”

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