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Fotocredits: worldsportpics.com

Sonntag, 5. Dezember, U21-WM-Finale in Bhubaneswar: Deutschland – Argentinien 2:4 (0:2)

Am Ende als Trost die Silbermedaille

05. December 2021

Das deutsche Juniorenteam hat am Sonntag den siebten U21-Weltmeistertitel der Verbandsgeschichte knapp verpasst. Gegen mit ihren Strafecken unglaublich effiziente Argentinier reichte ein über weite Strecken absolut dominant geführtes Spiel nicht, weil der sehr starke argentinische Keeper Hernando fürs DHB-Team nur zwei Mal zu überwinden war. Ausschlaggebend war, dass direkt nach dem überfälligen und absolut verdienten Treffer zum 2:2 im direkten nächsten Angriff die dritte Ecke und das dritte Eckentor durch Lautaro Domene fiel.

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Das Spiel ist im entscheidenden Moment wieder in Argentiniens Richtung gekippt, weshalb ich auch nicht von einer unverdienten Niederlage reden will, sondern mein Glückwunsch geht an die Argentinier für ein starkes WM-Turnier!

U21-Bundestrainer Johannes Schmitz, der als bester Trainer der WM ausgezeichnet wurde

Nervöser Beginn und eine unhaltbare Ecke zum 0:1

Die Deutschen holten sich zu Beginn mit viel Geduld die Kontrolle, nachdem Argentinien in den ersten Minuten Druck gemacht hatte. Anton Brinckman, der später zum besten Keeper des Turniers gekürt wurde, musste in der 5. Minute bei einer Rechtsflanke erstmals eingreifen, unterband da aber ganz souverän eine Chance. Masi Pfandt hatte nach Anspiel von Müller die erste Chance fürs DHB-Team, doch brachte den Ball aus der Drehung nicht ganz aufs Tor. Beide Teams noch mit leicht nervösem Beginn und leichten Fehlern im Passspiel in der Gegnerhälfte.

Das DHB-Team dann mit immer mehr Kontrolle, doch ein leichter Ballverlust von Duckscheer im Aufbau bescherte Argentinien die erste Ecke (10.) und die schlenzte Lautaro Domene unhaltbar links oben zum 1:0 ins Tor. Nach einem doppelten Stockfoul an dem am Freitag für den verletzten Kapitän Benedikt Schwarzhaupt ins Team gerückten Julius Hayner im Mittelfeld musste der Düsseldorfer auf die Strafbank, weil sein schwingender Schläger einen Argentinier im Gesicht traf. Dan Barstow wertete das zum Unverständnis der Deutschen als Absicht und gab Gelb für Hayner und das gleich für zehn Minuten. In Unterzahl hatte Schachner Sekunden vor Ende des ersten Viertels die riesige Ausgleichschance, blockte die Kugel – mit vorherigem Stockfoul, wie er monierte – links am Tor vorbei. Die geforderte Ecke gab Barstow ihm nicht.

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Ein zweites Eckentor aus dem Nichts zum 0:2-Halbzeitstand

Argentinien auch zu Beginn des zweiten Viertels noch in Überzahl und dadurch mit mehr Spielanteilen. Doch die Deutschen standen hinten sehr sicher, hatten dann auch immer mehr eigenen Ballbesitz. Facundo Sarto sah dann Grün für ein Foul an Hannes Wulf Müller. In Gleichzahl die Deutschen dann mit einer Riesenchance für Maximilian Siegburg, dessen Schlenzer aus der Drehung nur Zentimeter am rechten Pfosten vorbeiging (20.). Nach Hayners Rückkehr dann sogar kurz Überzahlspiel fürs DHB-Team, aber ohne zählbaren Erfolg.

In der 24. Minute die zweite Ecke für Argentinien nach einem wilden hohen Schwinger in den deutschen Kreis, und eine Doppelpass-Variante brachte das 0:2 erneut durch Lautaro Domene, der flach ins rechte untere Eck traf. Kurz darauf wurde Michel Struthoff der Ball im argentinischen Kreis weggeschlagen, worauf der Youngster vehement Schlägerfoul und Ecke forderte, aber Barstow verwehrte ihm das.

Kurz vor der Pause gab Barstow erneut eine Ecke nicht, als Struthoff am Kreisrand der Schläger aus der Hand geschlagen wurde und verwarnte den frustrierten deutschen Stürmer stattdessen. Doch aus dem Freischlag holte sich das DHB-Team eine Ecke, die abgefälscht auf der Linie gehalten wurde. Pech also, dass man nicht direkt vor der Pause das Anschlusstor schaffte. Beide Eckentore Argentiniens waren gegen den Lauf des Spiels gefallen, als die Deutschen gerade das Match im Griff zu haben schienen, uns so musste man nun einem Zwei-Tore-Rückstand in der zweiten Hälfte hinterherlaufen.

Das 1:2 als Belohnung für eine Energieleistung

Das DHB-Team sofort mit ganz viel Druck, fast Powerplay, nach der Pause. Matteo Poljaric hatte eine Riesenchance, scheiterte aber aus kurzer Distanz an Keeper Nehuen Hernando (33.). Und die Energieleistung wurde belohnt, als ein Stecher von Paul Smith vom Keeper zwar gehalten wurde, aber Julius Hayner am langen Pfosten zum 1:2 hoch ins Tor blocken konnte (36.). Hayner prüfte kurz darauf Hernando erneut mit einer Rückhand aus spitzem Winkel.

Die Deutschen jubelten dann bereits, als eine Flanke im Tor einschlug, aber es hatte kein Stürmer berührt. Das DHB-Team klar überlegen und das Ausgleichstor lag deutlich in der Luft. Argentinien in dieser Phase ohne Ideen, verlangsamte das Spiel und setzte ausschließlich auf Konter. Aus einem solchen ging ein Torschuss dann mal einen Meter links am Pfosten von Brinckmans Tor vorbei (41.). Der sonst sehr starke Schiedsrichter Koh übersah dann einen klaren Fuß im Kreis der Argentinier (43.).

Struthoff mit der nächsten Chance, als er eine Rückhand von links an den Außenpfosten setzte (43.). Niclas Schippan wurde dann noch einmal brillant am Kreisrand angespielt, aber sein Schlenzer wurde noch über das Tor geblockt. So ging es mit einem für Argentinien absolut schmeichelhaften 2:1 für die Südamerikaner ins letzte Viertel.

Das dritte Eckentor direkt nach dem verdienten Ausgleich entscheidet das Match

Und da holte Müller ganz früh die zweite Ecke heraus (47.), aus der drei weitere resultierten, und dann war es endlich passiert, als Pfandts Schlenzer von einem Argentinier zum 2:2 unter die Latte gelenkt wurde. Und die Deutschen machten sofort da weiter, Hernando klärte in höchster Not am linken Pfosten gegen Smith (49.). Doch auf der anderen Seite schaffte es Argentinien mit dem erst zweiten Kreiseintritt der zweiten Halbzeit eine weitere Ecke zu ziehen (50.), die erneut Lautaro Domene als Aufsetzer rechts unten zum 2:3 verwandelte.

So mussten die Deutschen erneut einem aus dem Nichts gekommenen Rückstand hinterherlaufen. Ein Schlenzer von Duckscheer wurde von einem Argentinier direkt vor Tor noch über die Latte gelenkt. Dann stoppte Hernando Masi Pfandt kurz vor Abschluss ins Tor. Doch es blieb dominant aus deutscher Sicht. Die nächste Ecke kam in der (54.), die Struthoff im Nachschuss fast im langen Eck untergebracht hätte, aber Hernando holte den Ball mit Weltklasse- Schlägerparade aus dem unteren Eck.

Das DHB-Team weiter klar überlegen, Argentinien spielte auf Zeit. Moritz Ludwig sah dann leider Grün (56.) für ein Foul im Mittelfeld, so dass das DHB-Team zwei Minuten in Unterzahl agieren musste. Die Eagles trotzdem vorn am Kreis der Gegner. Doch dieses Mal gab es dafür keine Belohnung, denn als die Deutschen Brinckman vom Platz genommen hatten, konterte Argentinien einmal gefährlich und konnte durch Fernando Agostini das entscheidende 2:4 ins leere Tor nachlegen (60.).

Statistik

Tore:
0:1     Lautaro Domene (KE, 10.)
---
0:2     Lautaro Domene (KE, 24.)
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1:2     Julius Hayner (36.)
---
2:2     Masi Pfandt (KE, 47.)
2:3     Lautaro Domene (KE, 50.)
2:4     Fernado Agostini (60.)

Ecken:
ARG 3 (3 Tore) / GER 6 (1 Tor)

Grüne Karten:
ARG 1 / GER 1

Gelbe Karten:
ARG - / GER 1

Schiedsrichter:
Dan Barstow (ENG) /Eric Koh (MAS)

Stimmen zum Spiel

Bundestrainer Johannes Schmitz, der als bester Trainer der U21-WM gekürt wurde: „Wir haben heute die ersten 15 Minuten nicht das zeigen können, was möglich ist. Da hatten die Jungs vielleicht auch noch etwas Respekt vor dem Drumherum eines WM-Endspiels. Argentinien macht seine beiden Tore aus zwei, drei Kreiseintritten und zwei Ecken – so viel können wir also da gar nicht falsch gemacht haben. Ich bin unfassbar stolz, wie die Jungs dann in der zweiten Hälfte mit Willen und Macht auf das Tor der Argentinier angerannt sind und das Spiel ausgleichen. Fällt da das 3:2 für uns, schwimmen wir auf einer Welle, wo sie uns nicht mehr runterbekommen hätten. Aber das Spiel ist im entscheidenden Moment wieder in Argentiniens Richtung gekippt, weshalb ich auch nicht von einer unverdienten Niederlage reden will, sondern mein Glückwunsch geht an die Argentinier für ein starkes WM-Turnier!“

Kapitän Hannes Wulf Müller: „Mit der ersten Hälfte war ich nicht glücklich. Da haben wir zu viele technische Fehler gemacht. Die zweite Hälfte war besser. Die Gratulation geht an Argentinien für den Sieg heute. Wir haben ein Finale verloren – das tut erstmal richtig weh! Ich bin allerdings so unfassbar stolz auf mein Team, wie es sich heute wieder zurück ins Spiel gekämpft hat, wie jeder sich für den anderen aufgeopfert und gegenseitig gepusht hat. Wir haben so viel Moral gezeigt, aber es sollte heute irgendwie nicht sein.“

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