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Fotocredits: WORLDSPORTPICS/FRANK UIJLENBROEK

Porträt

Kapitän Mats Grambusch - Mit dem Bruder zum Titel?

09. January 2023

Mats Grambusch wird die deutsche Herren-Hockeynationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2023 in Indien auf dem Kunstrasen anführen. Der 30-jährige Mittelfeldspieler war schon 2019 Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und ist es seit 2022 wieder. Damit beerbt der gebürtige Gladbacher die Position vom großen Moritz Fürste und Topstar Tobias Hauke. Mit beiden lief er bereits 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro und holte sich die Bronzemedaille.

Mats Grambuschs Hockeykarriere begann im frühen Kindesalter als Sohn einer Hockeyfamilie in Mönchengladbach. Hier lernte er das Hockeyspielen beim Gladbacher HTC, bevor es ihn, unter anderem für sein Abitur, nach England zog. Von Anfang an spielte der damals noch nicht volljährige Teenager in der ersten englischen Liga bei East Grinstead. Nach seinem Auslandsaufenthalt kehrte Mats Grambusch für zwei Saisons zu seinem Heimatverein zurück. In der ersten Saison schaffte er mit dem Gladbacher HTC den Aufstieg in die erste Bundesliga und schon nach seiner ersten Bundesligasaison wurde klar, dass er zu den ganz großen gehören soll. 2013 wechselte Grambusch zum zehnfachen deutschen Meister Rot-Weiss Köln, wo er in zehn Jahren fünfmal deutscher Meister wurde.

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„Ich glaube, ich ticke neben dem Platz und als Kapitän für die Mannschaft ziemlich gleich”, sagt Mats Grambusch. Er habe auf dem Kunstrasen sowie neben dem Platz dieselben Macken und wolle nie unauthentisch und verstellt rüberkommen, denn so würde man niemanden erreichen, sagt er. Auch im Beruf ist Mats Grambusch ein Anführer. Seit 2021 ist der gebürtige Gladbacher Geschäftsführer des Familienunternehmens Grambusch Grundbesitz GmbH. Zur Grambusch Grundbesitz GmbH gehören eine Bauträgergesellschaft, eine frisch gegründete Hausverwaltung und eine Projektgesellschaft, die in Immobilien investiert. Wie auf dem Hockeyplatz kann Mats Grambusch diese Aufgaben aber nicht alleine stemmen. Mats drei Jahre jüngerer Bruder Tom ist nicht nur Teamkamerad bei der deutschen Nationalmannschaft und bei Rot-Weiss Köln, sondern ebenfalls Geschäftsführer der Grambusch Grundbesitz GmbH. Auf dem Hockeyplatz und bei der Arbeit sei man in einigen Dingen sehr verschieden, würde sich aber stets gut ergänzen, so der ältere Grambusch Bruder: „„Tom ist Innenverteidiger. Seine Stärken liegen im Zweikampfverhalten, in der Athletik, seinem Aufbauspiel und der Spielübersicht. Viele dieser Stärken sind bei mir tendenziell eher ausbaufähig. Das ist aber auch nicht ganz so schlimm, denn mein Spiel basiert auf einer sauberen Technik, es ist weitaus offensiver und mit hohem Laufaufwand verbunden”, berichtet er. Bei der Weltmeisterschaft in Indien wird der strukturierte Tom Grambusch also die präzisen Pässe auf Mats Grambusch ins unübersichtliche und chaotische Mittelfeld spielen. Vergleicht man Hockeyspiel und die Arbeit der Brüder, sind also Parallelen zu erkennen: „Im Privaten ist Tom ein wahnsinnig penibler, akkurater und teilweise eitler Typ. Ich bin eher der Spontane, der die Dinge auf den letzten Drücker macht und im Endeffekt lange nicht so organisiert ist wie mein Bruder. Da ergänzen wir uns perfekt und darum ist Buchhaltung auch Toms Aufgabe.”, so der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft.

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Mats und Tom Grambusch prägen eine wahre Geschwisterliebe mit der richtigen Dosis an Differenz zwischeneinander: „Eine Hockeygeschichte, die uns beiden sehr im Gedächtnis geblieben ist, spielte sich auf dem Gelände des Gladbacher HTC ab. Wir spielten Hockey auf dem Naturrasen und die Kugel landete im Gebüsch. Wir suchten sie und schlugen dazu mit unseren Schlägern die Äste und Blätter aus dem Weg. Ich tat dies ein wenig unachtsam und traf Tom dabei mit voller Wucht am Hinterkopf. Seinen weißen Schädel, der sich allmählich rot färbte, werden wir nie vergessen und lachen heute noch gerne darüber”, erzählt Mats Grambusch. Eine Geschichte, die mit einer Platzwunde auf dem Naturrasen begann und 2023 zu einem Weltmeistertitel in Indien führt, wäre für die Grambusch-Brüder wohl ein riesiger Traum, der in Erfüllung geht. Kapitän Mats Grambusch sieht die Chancen auf den Weltmeistertitel ganz und gar nicht unrealistisch: „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir Weltmeister werden können. Gleichermaßen muss ich dazu sagen, dass wir aktuell die Nummer vier der Weltrangliste sind und dass jenes das Ergebnis der letzten großen Turniere relativ gut widerspiegelt. Ich bin mir sicher, dass wir die ganz großen wie Belgien und Australien schlagen können und dadurch auch Chancen auf den Titel haben.”
Am 14. Januar 2023, um 14:30 deutscher Zeit, trifft die deutsche Herrennationalmannschaft, angeführt von Mats Grambusch, im ersten Gruppenspiel auf Japan. Für Tom und Mats Grambusch heißt es dann wie sonst auch: Einander ergänzen und das Ganze in Erfolg umwandeln.



 

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