Hannes Wulf Müller und Benedikt Schwarzhaupt
Fotocredits: DHA / Ariane Schirle

Hannes Wulf Müller und Benedikt Schwarzhaupt: Gemeinsam stark, doch so verschieden

U21-WM: Kongeniale Kapitäne

23. November 2021

23.11.2021 - Mit zwei Kapitänen geht das deutsche U21-Nationalteam ab Mittwoch in die WM in Bhubaneswar, Indien. Beide kommen vom UHC Hamburg, beide sind Studenten, vom Alter her gerade mal sieben Monate auseinander, wohnen nur 300 Meter voneinander entfernt und sind seit Jahren in den U-Teams des DHB und mit den UHC-Vereinsteams gemeinsam auf Titeljagd erfolgreich.

Dieses kongeniale Paar wollten wir mit all seinen Gemeinsamkeiten unbedingt in einer Homestory vorstellen – und ernteten für den Vorschlag... Gelächter. „Kommt gern vorbei“, war die Antwort von Benedikt Schwarzhaupt, „aber Gemeinsamkeiten werdet ihr lange suchen müssen. Wir sind grundverschieden.“

Konnte das sein, bei so viel Hockey-Übereinstimmung? Immerhin, die Studentenbude aufräumen für solch einen Besuch hätten beide gemusst. „Kommt mal ruhig zu mir, bei Hannes würde das länger dauern“, so „Bene“ Schwarzhaupts Ansage. Und so trafen wir, Redakteur und Fotografin, uns auf einen Donnerstagmorgen im beschaulichen Hamburger Stadtteil Winterhude mit dem deutschen Kapitänsduo und wurden schon bald überzeugt.

Der fast einen Kopf größere aber ein gutes halbes Jahr jüngere Bene studiert im fünften Semester mit einem Stipendium an der Kühne Logistics University BWL auf Englisch, Hannes hat gerade angefangen, Sport und Geographie auf Lehramt zu studieren, ist zudem Sportsoldat bei der Bundeswehr. Der eine sieht das „Geld verdienen“ als klares Ziel des Studiums, der andere Lebensqualität und Spaß, kann sich sowohl Trainer als auch Lehrer später als Job vorstellen. Wie auf dem Platz ist der deutsche Abwehrchef auch im übrigen Leben eher um Struktur bemüht, der offensive Mittelfeldspieler Hannes setzt da mehr auf Kreativität und Lockerheit.

Hannes gibt schon länger nebenbei Jugendtraining beim UHC, bei Bene haben das Studium und der Leistungssport dafür bislang keine Zeit übriggelassen. Er ist mit 20 Jahren im Endspurt für seinen Bachelor, hat seine Semesterarbeit daher noch vor Abflug nach Indien abgegeben. Aber vielleicht gäbe es ja bei der Musik einen Treffer. Dachten wir. Pustekuchen! Bene hört gern Deutsch-Rap, Hannes öfter mal Helene Fischer – weiter auseinander geht wohl kaum.

Der eine, Bene, ist Ur-Hamburger, der andere stammt aus dem sachsen-anhaltischen Hockey-Mekka Köthen. Aber jetzt hatten wir sie! Beide sind Hardcore-Fußballfans! Endlich! Sie ahnen es? Genau! Benedikt ist HSV-Ultrafan, Hannes Herz schlägt für FC Bayern München. Immerhin beides mit Familientradition. „Seitdem ich sieben Jahre alt bin und Ribery zu den Bayern kam, finde ich die gut – mal davon abgesehen, dass mein Vater und sein Bruder auch schon Bayern-Fans waren. Ich finde, dass Thomas Müller ein riesiges sportliches Vorbild ist, auch als Typ. Ich trage nicht umsonst auch die 25 auf dem Rücken“, so der junge Hockey-Müller.

Das ist übrigens eines der wenigen Male, wo Bene kurz mit den Augen rollt, als Hannes erzählt, denn bei aller Frotzelei und Unterschiedlichkeit respektieren sie sich wie sie sind – das merkt man schnell. Und so ist das Foto vor dem gerahmten HSV-Ultraschal, der eine im HSV-Trikot, der andere im Bayern-Outfit, auch überhaupt kein Problem. Sieht man davon ab, dass Bene das richtig genießt und Hannes eine berühmte Fingergeste zur Untermalung beisteuert.

Als wir es längst aufgegeben haben, kommen doch noch ein paar Gemeinsamkeiten raus. Beide sind Singles, auch wenn Benes WG mit der UHC-Juniorinnennationalspielerin Ida Köllinger immer mal wieder zu entsprechenden Erklärungen provoziert. Hannes teilt seine WG übrigens mit U21-Nationalkeeper Anton Brickman vom HTHC.

Und auch die Familientradition fürs Hockey haben beide gemein. Familie Müller in Köthen ist eine Mehr-Generationen-Hockeyfamilie. Und bei Bene hat nicht nur Vater Ralf lange für Marienthal und später Großflottbek in der Bundesliga gespielt, sondern die Großmutter war schon U21-Nationalspielerin. Und am Ende sagen beide unisono: „Ist doch gut, dass wir so verschieden sind. Damit decken wir als Kapitäne doch eine richtig große Bandbreite im WM-Team ab!“

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